Das Projekt BG & BRG Völkermarkt positioniert den Neubau als westlichen Abschluss des Bildungscampus und reagiert sensibel auf bestehende Erschließungsrichtungen und Zugangsströme. Der kompakte Baukörper fügt sich gegenüber dem bestehenden Turnsaaltrakt ein und nutzt die Nähe zu benachbarten Funktionen für Synergien. Eine langgestreckte Wand mit aufgelagerter Überdachung der Fahrradabstellplätze orientiert sich an der Flucht des südlich geplanten Gewerbebaus und schafft gleichzeitig eine eindeutige Anbindung vom Parkplatz. Dieser geht in eine großzügige städtische Platzsituation über, die von einer bestehenden Baumreihe im Osten begrenzt wird. Eine Fortschreibung des Belags vermittelt die Zusammengehörigkeit der Flächen und zoniert die unterschiedlichen Nutzungsbereiche.
Das bestehende Schulgebäude der Architekten Uhl und Thurner gilt als progressiv und zukunftsorientiert nach dem schwedischen Modell. Der Neubau setzt diesen Anspruch fort, indem die Stammklassen mit ihren Lernzonen in den Mittelpunkt rücken. Die kompakten Cluster minimieren Wege und erlauben flexible Nutzung der Flächen. Sonderunterrichtsräume wurden gezielt integriert, sodass auch externe Nutzer Unterricht erhalten können, ohne den Gesamtbetrieb zu beeinträchtigen. Grundsätzlich sind die Unterrichtsräume austauschbar gestaltet, lediglich spezielle Fachräume wie Chemie behalten ihre Spezifikation.
Die Klassenzimmer sind als offene Zonen mit vorgelagerten Bereichen konzipiert und können für die Stammfunktion abgetrennt werden. Die Lernzonen orientieren sich nach innen zu einem gemeinsamen Innenhof, dessen Flächen geöffnet und übergreifend genutzt werden können. So entstehen großzügige Flächen, die auch außerhalb der regulären Unterrichtszeiten flexibel bespielt werden können. Der dreigeschossige Trakt ruht auf einer Erdgeschosszone, die öffentliche Funktionen und Lehrerarbeitsplätze aufnimmt. Die zentrale Garderobe schafft Präsenz für die Schülerinnen im Erdgeschoss und helle, einladende Räume. Die Turnhallen wurden ins Untergeschoss verlegt, bleiben aber über angehobene EG-Zonen mit Tageslicht und natürlicher Belüftung versorgt. Eine Tribüne kann von außen zugänglich gemacht werden, und die gedeckte Pausenfläche an der Ostseite schützt vor Sonne und Regen und kann als Freiklassenfläche genutzt werden.
Auch das äußere Erscheinungsbild folgt dem Prinzip des „Rahmens“: Gleichmäßig, funktional und flexibel, ohne Fassadendifferenzierung. Die Metallrahmen verbinden Schutz vor Wind und Witterung mit Widerstandsfähigkeit und Ausdruck von Gemeinschaft. Rahmen an Rahmen bilden eine Einheit, die sowohl soziale Strukturen als auch Bildungsprozesse unterstützt – ein Ort, an dem Lernen stattfinden und der Rahmen für gelegentliche Experimente bewusst erweitert werden kann, ohne die Ordnung des Ganzen zu verlieren.