In einer stadtnahen Lage, eingebettet in eine grüne Umgebung, verfolgt der Entwurf das Ziel, die Erwartungen an ein Wohnhaus nicht nur zu erfüllen, sondern bewusst zu erweitern. Dabei steht weniger die bloße Positionierung im Vordergrund als vielmehr die Frage nach Ausrichtung, Erscheinungsbild und räumlicher Qualität. Während sich die Lage über die Setzung im Grundstück definiert und die Orientierung auf die Nutzung der Sonnenstände reagiert, wird das Erscheinungsbild als „dritte Haut“ verstanden – als Ausdruck der Bedürfnisse der Bewohner:innen, ihrer Ansprüche und ihres Umgangs mit Raum.
Der Entwurf folgt dem Prinzip der Reduktion auf das Wesentliche. Qualität entsteht durch das bewusste Weglassen des Überflüssigen und die präzise Ausarbeitung der relevanten Elemente. Im Mittelpunkt steht nicht ein vordefiniertes Bild, sondern die Entwicklung einer maßgeschneiderten Struktur, die sich aus Ort, Nutzung und räumlicher Vorstellung ableitet. Funktion und Raumidee treten dabei in einen wechselseitigen Dialog und führen zu einer klar formulierten architektonischen Haltung.
Das Gebäude positioniert sich selbstbewusst entlang der nördlichen Grundstücksgrenze und respektiert zugleich die städtebauliche Situation. Die Erschließung erfolgt von Westen, wodurch die südlich gelegene Gartenfläche weitgehend von Störungen freigehalten wird. Ausgehend von der vorhandenen Topografie entwickelt sich das Haus in unterschiedlichen Niveaus vom Garten aus nach oben.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Beziehung zwischen Innen- und Außenraum, insbesondere im Erdgeschoss. Hier wird eine direkte Zuordnung zum Garten hergestellt, die zugleich eine barrierefreie Nutzung ermöglicht und die alltägliche Wohnqualität nachhaltig prägt.
(Fotos: © Rainer Wührer)